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-> Stellungnahme „Kürzen der Vibrissen“
-> Stellungnahme „Nackthunde sind keine Qualzucht“
Vielen Danke
Sehr geehrte Damen und Herren
Vorab möchte ich festhalten, dass ich den Schutz von Tieren sehr begrüße, allerdings sollte dabei nicht über das Ziel hinausgeschossen werden.
Diese Eingabe bezieht sich im Wesentlichen auf das Ziel:
Verbesserter Schutz von Tieren mit Qualzuchtmerkmalen
Es gibt 3 Möglichkeiten einen Hund zu bekommen.
- Über den Tierschutz.
Hier werden Hunde vermittelt, deren elterliche Abstammung nicht geklärt ist. Das bedeute aber auch, dass über allfällige Vorerkrankungen der Eltern keine Aussage getroffen werden kann. Dennoch wird landläufig die Meinung vertreten, dass Mischlinge „gesünder“ wären als der Hund von einem (seriösen) Züchter. Viel mehr ist es aber so, dass Mischlinge durch die fehlenden Untersuchungen der Elterntiere eher eine erbliche Vorbelastung aufweisen als Hunde aus streng kontrollierter Zucht. - Hund aus unkontrollierter Zucht.
Hunde aus unkontrollierter Zucht dienen in der Regel lediglich der Geldbeschaffung. Hier wird auf das Tierwohl KEINEN Wert gelegt, und auch die Gesundheit der Tiere ist hier nicht im Fokus. Da diese Gruppe aber weder erfasst noch kontrolliert wird, ist sie auch kaum greifbar. Solange ein Teil der Bevölkerung billig auf diesem Weg an einen „Rassehund“ kommt, wird sich das Problem auch nicht ändern. - Hunde aus kontrollierter Zucht.
Hier sieht die Sache im Gegenteil zu den beiden vorangegangenen Möglichkeiten hinsichtlich der Gesundheit völlig anders aus. Züchter aus den offiziellen Zuchtverbänden (ÖKV, VDH,…) unterliegen strengen Regeln. Allem voran ist hier, neben anderen zuchtrelevanten Voraussetzungen vor allem die ZWINGENDE gesundheitliche Untersuchung der Elterntiere Voraussetzung für eine erfolgreiche Zuchtzulassung. Weiters steht der seriöse Züchter nicht nur durch den Dachverband unter Kontrolle, sondern muss in Österreich auch behördlich als Züchter registriert sein.
Die Probleme liegen aber nicht nur in Österreich offen, sondern sind auch in unseren Nachbarländern gleich gelagert. Um zu verdeutlichen, in welchem Verhältnis die Zahl der Hunde aus Punkt 1 und 2 zu der Zahl der Hunde aus Punkt 3 liegt, verweise ich auf Zahlen (1), die im Geschäftsbericht 2021 des VDH veröffentlicht wurden.
Die Zahlen belegen, dass nur ein geringer Anteil der Hunde aus Zuchtstätten des VDH kommen.
Eine erschreckende Zahl liegt bei den „Französischen Bulldoggen“ vor.
Hier stammen nur 193 der registrierten 13.657 Hunde aus streng kontrollierter Zucht.
Die enge Zusammenarbeit mit Zuchtverbänden sollte daher verstärkt im Fokus liegen, um den Qualzuchtmerkmalen entgegenzuwirken.
Das bringt mich zu einem weiteren Punkt.
Als ordentlich registrierter Züchter von Chinesischen Schopfhunden, sehe ich der Entwicklung dieser Rasse mit großer Sorge entgegen. Ich kann nicht nachvollziehen, warum nachweislich falsche Grundlagen zu einem gesetzlich verankerten Problem für diese Urhunderasse werden sollen bzw. können. Ein Großteil der Argumente, die der Tierschutz anführt, sind schlicht weg nicht korrekt.
Frau Édua Elster hat sich die Mühe gemacht, und nach meinem Erachten sehr gründlich recherchiert und einige bemerkenswerte Fakten zusammengetragen.
Mit ihrer Genehmigung möchte ich hier Teile des Textes zitieren:
Nackthunde sind keine neumodische Erscheinung. Sie gehören zu den Urhunderassen und existieren in ihrer heutigen Form seit nachweislich über 3500 Jahren (2). Dies belegen archäologische Funde (3). Was ich zusätzlich, während meinen Recherchen erfahren durfte, ist dass das FOXI3 Gen, das in der Kritik steht neben der Haarlosigkeit auch fehlende Zähne zu verursachen, seit ca 20 Millionen Jahren existiert und es Hundeartige gab die genau mit diesem, heute als fehlerhaften angesehenen Gebiss, gelebt haben (4).
Viele Forscher sind der Meinung, dass dieses Gen in der Evolution eine entscheidende Rolle bei der Bezahnung von vielen Säugetierarten, inklusive des Menschen, gespielt hat. Leider wurde bis jetzt zu wenig dazu geforscht und genaue Details sind nur im Zusammenhang mit Mäusen und Frettchen bekannt (4).
Im Grunde genommen sind nackte Urhunde lebende Fossilien, die uns sehr viel über Genetik und Evolution beibringen könnten. Aus Unkenntnis und falscher Tierliebe ziehen aber viele voreilige Schlüsse und wagen es die Natur selbst in Zweifel zu ziehen und sehen Nackthunde als ein menschlich gemachtes Übel an. Dies trifft bei weitem nicht zu, keine Rasse könnte nur und ausschließlich durch menschliche Einflüsse so lange überleben. Bevor diese Rassen in der modernen Hundezucht entdeckt wurden, sind sie beinahe durch den menschlichen Einfluss ausgestorben.
Besonders die spanischen Konquistadoren in Mittelamerika wollten die „hässlichen“ Hunde ausrotten, da sie mit ihrer Hässlichkeit böse sein mussten (5). Zum Glück gab es Menschen, die den Wert dieser vergessenen, beinahe ausgerotteten Geschöpfe erkannt haben und sie als nationalen Schatz anerkennen ließen. Hier im Beispiel der Xoloitzcuintle aus Mexico (6) und der Peruvian Inca Orchid in Peru (5)
Wir merken uns hier an diesem Punkt, dass es sich bei den Nackthunden durch FOXI3-Gen- Mutation um antike, mehrere tausend Jahre alte Rassen handelt, die sich selbständig, ohne den Menschen, erhalten konnten, aber beinahe durch den Menschen ausgerottet wurden.
Kommen wir zu den Zähnen.
Wir vergleichen ein für uns scheinbar ästhetisch mangelhaftes Gebiss mit anderen Hunderassen mit einem, für uns ästhetischem Gebiss, ohne zu bedenken, dass beide Funktional sind und ihren Zweck erfüllen. Wäre dies nicht der Fall, könnten Straßenhunde und verwilderte Hunde der nackten Rassen nicht überleben, was sie aber nachweislich taten (7).
Dasselbe trifft auch auf die Vibrissen (Tasthaare) zu, die ausnahmslos bei allen Nackthunderassen vorhanden sind. Deren unmanipulierte Länge ist kein Indiz, um eine Qualzucht zu bestimmen, da ihre genaue Funktion nicht ausreichend erforscht ist.
Maßstäbe der Ästhetik haben noch nie zu mehr Gesundheit bei Rassehunden geführt. Daher sollte Ästhetik keinen Stellenwert in der Debatte um Qualzuchten haben. Ein funktionelles Gebiss bleibt funktionell und führt nicht zu vermehrten Schmerzen oder Leid, nur weil diese nicht unserer ästhetischen Vorstellung entspricht. Erfahrungen von Nackthundehaltern zeigen, dass selbst eine Rohfütterung mit Knochen genauso praktikabel ist wie bei anderen Rassen.
Ähnliches Bild für die nackte Haut.
Sie weist viele Vorteile auf, besonders im warmen Klima. Ektoparasiten haben kaum Möglichkeiten sich festzusetzen. Die Gefahr für Hautkrebs ist bei pigmentierter Haut nicht höher als bei anderen Rassen. Unpigmentierte Haut (weiß/rosa, weil pigmentlos) kann hingegen zu Problemen führen. Viele Züchter erstreben deswegen ein gutes, dichtes Pigment bei ihren Hunden.
Im Rassestandard des Xolo wird festgehalten, dass weiße Abzeichen an Brust und Pfoten erlaubt sind (9). Beim PIO oder auch Perro Sin Pelo Del Peru darf sich der Weissanteil am Körper nicht über eine Fläche von 20% ausbreiten, ansonsten führt es zur Disqualifikation (10). Ähnliche Vorschriften sollten meiner Meinung nach bei der Zucht des Chinese Crested Dogs und des American Hairless Terriers auch eingeführt werden.
Die Wundheilung von nackter Haut ist erheblich schneller und unkomplizierter als bei störender Behaarung, dies ist ebenfalls ein evolutionärer Vorteil.
Merken wir uns hier, dass die Funktionalität des Gebisses durch die veränderte Bezahnung nicht erheblich beeinträchtigt wird. Abhängig von der klimatischen Region kann die Haut von nackten Hunden sogar Vorteile gegenüber behaarten Artgenossen aufweisen. Ein gutes Pigment wird bereits bei einigen Rassen züchterisch bevorzugt. Vibrissen sind vorhanden.
Eine weitere Debatte dreht sich um die Letalität des FOXI3-Gens in reinerbiger Form. Es gibt faktisch keine reinerbigen Nackthunde mit dem FOXI3-Gen. Diese werden vermutlich als Fötus im Mutterleib bis zur vierten Lebenswoche absorbiert (11).
Eine Geburt eines reinerbigen Hundes konnte noch nicht nachgewiesen werden.
Alle Nackthunde mit diesem Gen sind mit nackter Haut mischerbig, somit können zwei nackte auch behaarten Nachwuchs zeugen. Bevor der Erbgang diesbezüglich erforscht wurde, ging man fälschlicherweise von einem rezessiven Gen aus. Bei Experimenten zur Vererbung entdeckte man die dominante Erbweise, sodass auch Kreuzungen mit anderen Rassen zu nackten Individuen führten (4). Behaarte Exemplare der Rasse sind reinerbig für den Wildtyp (normale Behaarung). Das FOXI3-Gen ist bei diesen behaarten Hunden nicht nachweisbar.
Sollten ethische Bedenken bezüglich der Absorption der Föten bestehen, ist dies durch die Verpaarung von behaarten mit nackten Individuen lösbar. Die Verpaarung von einem reinerbigen Wildtyp und einem FOXI3-Genträger kann nicht zu einem reinerbigen FOXI3-Gen Fötus führen.
Wir fassen in diesem Punkt zusammen, dass das Letalgen nicht zu Schmerzen oder Leid bei Hunden führen kann, da diese gar nicht erst geboren werden. Sollten ethische Bedenken wegen der möglichen Resorption von Föten bis zur vierten Lebenswoche bestehen, lässt sich diese durch züchterische Maßnahmen beheben.
Es gibt auch weitere Nackthunderassen, deren Genetik nicht auf das FOXI3-Gen zurückzuführen ist. Nennenswert ist diesbezüglich der American Hairless Terrier, dessen Genetik in der Tat rezessiv ist. Nur reinerbige Exemplare mit dem Gen für Haarlosigkeit werden auch nackt. Ihre Genmutation beeinflusst die Bezahnung nicht, diese unterscheidet sich nicht von ihren behaarten Artgenossen (11). Ebenfalls ist keine letale Wirkung des Gens bekannt. Die Nacktheit entsteht durch eine Mutation auf dem SGK3-Gen (11). Eine Mutation dieses Gens führt unter anderem auch beim Deerhound zu nackten Exemplaren mit ebenfalls vollständiger Bezahnung (12).
Leider werden Hunde mit dem Gen aus der Zucht raus selektiert, obwohl es zu keinerlei gesundheitlichen Einschränkungen der Hunde ohne Fell führt. Wieder eine rein ästhetische Entscheidung. Ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass der Mensch ein nackter Primat ist.
Das spontane Auftreten nackter Individuen in verschiedenen Rassen lässt vermuten, dass auch die Mutation des SGK3-Gens schon längere Zeit existiert und keinen menschlichen Einfluss brauchte, um zu entstehen.
Beim Rat Terrier wurden durch die Besitzer des ersten dokumentierten nackten Welpen die Vorteile der Haarlosigkeit erkannt und züchterisch so die Mutation erhalten. Auch wenn die ersten Schritte der Zucht auf massiver Inzucht basieren, ist der Genpool des daraus entstandenen American Hairless Terriers, dank höchsten züchterischen Bemühungen, bemerkenswert groß und vital. Hier kann man erkennen, dass eine Zusammenarbeit unter Züchtern, um die Vitalität und Gesundheit der Rasse zu verbessern, durchaus funktionieren kann. Besonders wenn diese durch die Zuchtverbände mit einkreuzen von blutsfremden Hunden erlaubt und unterstützt wird.
Erneut entscheidet gewohnte Ästhetik über die Daseinsberechtigung von gesunden, natürlichen Mutationen. Beim Deerhound gibt es noch keine mutigen Züchter, die zum Auftreten von nackten Individuen in der Rasse stehen (13). Beim American Hairless Terrier sah es anders aus und somit haben wir eine weitere, ganz besondere Rasse, die Jahr für Jahr mehr Liebhaber gewinnt.
Nackthunde überzeugen durch ihre Vitalität, Langlebigkeit und außergewöhnlichen Charakter. Sie mögen exotisch und ungewöhnlich für unsere Augen sein, jedoch bestehen keinerlei Einschränkungen in ihrem Körperbau, die eine Bezeichnung als Qualzucht rechtfertigen könnte. Nur die Willkür von Unwissenden führt dazu, dass wir um unsere geliebten Rassen fürchten müssen. Solltet ihr auch weiterhin der Überzeugung sein, dass Haarlosigkeit für die Hunde eine Einschränkung bedeutet, die nicht vertretbar ist, solltet ihr euch auch im Klaren darüber sein, dass es keine Haustierrasse gibt, die nicht auf irgendeine Weise der Pflege des Menschen bedürften und somit die Daseinsberechtigung verlieren. Dies betrifft alle Hunderassen ausnahmslos. Ich persönlich möchte in keiner Welt ohne Hunde leben.
Ergänzend zu den Ausführungen von Frau Édua Elster möchte ich noch weitere Überlegungen festhalten.
Im Gesetzesentwurf wird unter §5(2)e Haarlosigkeit genannt.
Dass die Natur sehr wohl in Richtung Haarlosigkeit gehen kann, lässt sich neben den Urhunderassen auch andere Beispiele deutlich aufzeigen. So gehen die heutigen haarlosen Elefanten und Nashörner auf das behaarte Wollmammut bzw. das Wollnashorn zurück.
Elefanten und Nashörner haben trotz, oder auch gerade wegen ihrer Haarlosigkeit bis heute überlebt, was ihren behaarten Vorfahren nicht gelungen ist.
Ebenso ist die Annahme falsch, dass Nackthunde durch das fehlende Fell keinen Sonnenschutz haben. In der Regel zeigen Nackthunde eine ausgezeichnete Pigmentierung, die sofort bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr die Haut dunkel werden lässt. Die Evolution hat hier statt einem Fell den Weg eingeschlagen, der dem des Menschen durchaus ähnlich ist, nämlich eine pigmentierte Haut als Sonnenschutz.
Auch der Hinweis auf fehlende Temperaturregelung entbehrt bei genauer Betrachtung ebenfalls jeglicher Logik.
Nur bei Hunderassen die eine dichte Unterwolle, bzw. ein dichtes Fell mit einem großen Maß an Volumen haben, könnte das Fell in gewissen Grenzen eine isolierende Wirkung bieten. Allen Kurzhaar- oder Drahthaar-Variationen wäre dieser Schutz, wie auch beim Nackthund, nicht gegeben.
Beim Nackthund, der keine Unterwolle hat, und nur wenig bis gar keine Haare am Körper hat, wird das Evolutionsbedingt durch eine veränderte, festere und dickere Hautstruktur ausgeglichen.
Weiters fällt auf, dass bei großer Hitze, oder direkter Sonneneinstrahlung Hunde mit viel bzw. dichtem Fell den Nackthunden gegenüber benachteiligt sind, was sich in starkem Hecheln zur inneren Temperatursenkung zeigt.
Wir sollten demnach auch hier statt Vermutungen und Annahmen nach einer wissenschaftlich fundierten und belastbaren Wahrheit streben, bevor gesetzlich verankerte Tatsachen geschaffen werden, die auf falschen oder unbelegten Meinungen basieren.
Für die Haarlosigkeit des Chinesischen Schopfhundes ist das Foxy-3 Gen verantwortlich.
In einem wissenschaftlichen Artikel(14) von der Max-Planck-Gesellschaft wird das Foxy-3 Gen aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet. Der Artikel schließt mit dem Fazit:
[Zitat] Die Leipziger und Jenaer Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass FOXI3 eventuell eine größere Bedeutung in der Entwicklung der Zähne der Säugetiere zugemessen werden sollte. „Es ist gut möglich, dass dieses Gen auch bei evolutiven Veränderungen der Zahnmorphologie des Menschen eine Rolle gespielt haben könnte“, sagt Kupczik.[Zitat]
Haarlosigkeit kann demnach ein evolutionsbedingter Umstand sein, und ist daher nicht zwingend ein Qualzuchtmerkmal.
Auch das Scheren der Vibrissen zu verbieten, beruht auf KEINER wissenschaftlich fundierten Basis.
Das Gutachten (15) von Rudolf Winkelmayer und Regina Binder disqualifiziert bei genauer Betrachtung selber:
Das Gutachten stützt sich auf Vermutungen, und Annahmen, die in keiner Weise wissenschaftlich belegt wurden. Vielmehr wird der Vergleich zu Untersuchungen von Ratten, Robben und Seekühen bemüht. Die Nähe zu Hunden ist hier völlig schleierhaft und wissenschaftlich nicht nachvollziehbar.
Weiters wird ein Gutachten (16) des Biologe Guido Dehnhardt benannt und auch in Teilen im Gutachten von Rudolf Winkelmayer und Regina Binder verwendet. Es ist zu lesen, [Zitat] dass die Relevanz der Vibrissen bei Hunden, insbesondere bei der Rasse Pudel, zu Gunsten anderer Sinneskanäle reduziert ist. Weiters führt er aus, dass das Vibrissensystem des Pudels nicht ohne entsprechenden wissenschaftlichen Nachweis, mit dem der Katze gleichgesetzt werden kann. [Zitat]
Das Gutachten zeigt also auf, dass ein artenübergreifender Vergleich wissenschaftlich nicht zulässig ist. Dennoch basiert die Empfehlung von Rudolf Winkelmayer und Regina Binder auf einer Annahme die auf der Untersuchung von Ratten, Robben und Seekühen, aber nicht auf der von Hunden basiert.
Im Zuge seines Gutachten kommt der Biologe Guido Dehnhard zu dem Schluss, dass das Kürzen der Vibrissen dem Hund weder Leid noch Qualen zufügt.
Dieses Ergebnis wird von Rudolf Winkelmayer und Regina Binder jedoch mit der Begründung negiert, dass an dem Gutachten nur 2 Pudel involviert waren. Hier sei noch einmal darauf verweisen, dass bei dem Gutachten von Rudolf Winkelmayer und Regina Binder gar kein Hund involviert war.
Ebenso verwundert, dass nicht beleuchtet wird, wie sich die permanente Reizung der Vibrissen beim Tragen eines Maulkorbes auswirken. Theoretisch wäre hier zu erwarten, dass der Hund auf eine solche dauerhafte Reizung eines so „sensiblen“ Organes ebenfalls Schmerzen bzw. Qualen erleiden müsste. Das ist aber augenscheinlich nicht der Fall.
Ein Verbot die Vibrissen beim Hund zu kürzen, beruht also auf der persönlichen Meinung zweier Personen, die diese nicht wissenschaftlich fundiert einwandfrei belegen können, und daher als willkürlich anzusehen sind.
Bevor ein entsprechendes Verbot im Gesetz verankert wird, muss es eine seriöse Studie an Hunden darüber geben, inwieweit das Kürzen der Vibrissen dem Hund wirklich ein Leid oder Qualen zufügt.
Eigene Erfahrungen, sowie die Erfahrungen von Züchterkollegen zeigen dagegen, dass das Kürzen der Vibrissen weder eine Veränderung im Verhalten des Hundes, noch irgendwelche Anzeichen von Schmerz oder Leid hervorrufen. Es hat keinen Einfluss auf das Wohl des Hundes.
Das Tierschutzgesetzt dient dem Wohl des Tieres, und sollte sich lediglich darauf konzentrieren.
Optische Belange, beziehungsweise Meinungen, die nicht wissenschaftlich gestützt werden können, haben hier nichts verloren.
Zusammenfassend möchte ich festhalten:
- Nacktheit bei Urhunderassen geht nicht mit Schmerzen oder Qualen einher, sondern ist bei den Urhunderassen durch die Evolution entstanden und hat sich in der Evolution sogar als vorteilhaft erwiesen.
- Fehlende Zähne sind nicht zwingend ein Problem
- Das Kürzen von Vibrissen führt NICHT zu Schmerzen oder Qualen
Die Vorgeschlagene Fassung zum Bundesgesetz über den Schutz der Tiere (Tierschutzgesetz – TSchG) wäre demnach noch einmal zu überarbeiten.
Vielen Dank
Thomas Hawranek
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Quellenangaben:
- Geschäftsbericht 2021 des VDH, Seite 31https://www.vdh.de/…/VDH-Gescha__ftsbericht-2021.pdf
- National Geographic, 22.11.2017, Kristin Romey, This Hairless Mexican Dog Has a Storied, Ancient Past https://www.nationalgeographic.com/…/hairless-dog…
- Journal of archaeological science. pp. 128-136. ISSN 0305-4403, 2018, Manin and others, Can we identify the Mexican hairless dog in the archaeological record? Morphological and genetical insights from Tizayuca, Basin of Mexico.https://eprints.whiterose.ac.uk/135572/
- Scientific reports, 14.07.2017 Kornelius Kupczik and others, The dental phenotype of hairless dogs with FOXI3 haploinsufficiency
https://www.nature.com/articles/s41598-017-05764-5 - BBC News, 03.09.2019, Megan Janetsky, Masters of the pyramid: The dogs reclaiming
their heritage
https://www.bbc.com/news/world-latin-america-49471593 - Cultura Colectiva, 31.01.2022, María Isabel Carrasco Cara Chards, Xoloitzcuintli: The Ancient Hairless Dogs That Guided The Dead Into The Underworld
https://culturacolectiva.com/history/xoloitzcuintli-ancient-aztec-mexican-hairless-dog/?fbclid=IwAR19whYJOZnkTBzyASokXjabegxZgpyzioj05TaUz7FYXbMpRY32lZgzZPc#6 - SA Expeditions, 20.02.2016, Nick Dall, saved from the brink of extinction: Peruvian Hairless Dog https://l.facebook.com/l.php?u=https%3A%2F%2Fwww.saexpeditions.com%2Fblog%2Fpost%2Fsaved-from-the-brink-of-extinction-peruvian-hairless-dog%3Ffbclid%3DIwAR2xP696NqbjDWK0tR7P-KcL6QebV6Ne-6V_oSXNIvmDJxYdeRFxcR-h4YM&h=AT1FU5Hj8ErEEb1FTcf7uO6KuYJX4JYBVJbS02X3rX8MQU2hSQqRDOMHCu8f2QEHviZnbZIKvLaZ7AVG4EQ7oGXQKVF-dz8ESuuZvsOtMDGjGEe_Fgru5ZZJ7O7uffqOmg&__tn__=-UK-R&c%5b0%5d=AT3-HqOOw0X253tvUCleZGTxnL4O6cZMy8q8Tmu49IRMak2M9qPOLKj5bM9HBkBKewNCRCQhbKaayYiX_ntdeZuUjGjKdIt6AbvE5GOCg_cxjuzHuk-yETz2x_JJMdqtwZUmPk5B-LHgcBsxCFMaVcZ-7Eyee0IIYEH_4ueQI_iJxQ
- WKO, 17.12.2019, Rudolf Winkelmayer und Regina Binder, Gutachten über das Abschneiden von Vibrissen bei Hunden https://www.wko.at/…/Tasthaare-schneiden-verboten.pdf
- American Kennel Club, 01.01.2009, Official Standard of the Xoloitzcuintli
https://images.akc.org/…/standards/Xoloitzcuintli.pdf - Federation Cynologique Internationale, 26.10.2021, FCI-Standard N° 310, Perro Sin Pelo Del Perú (Peruvian hairless dog)
http://www.fci.be/nomenclature/standards/310g05-en.pdf#11 - The Royal Society Publishing, 05.02.2017, Heidi G. Parker and others, The bald and the beautiful: hairlessness in domestic dog breeds
https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rstb.2015.0488?fbclid=IwAR30Xp-KOApyZfMBMiRW6W1KemVoD_mvrNU7b_d_4whyMPNm9hCfPorjB8I - GSA G3 Genes/Genomes/Genetics, Volume 10, Issue 1, 01.01.2020, Heidi G. Parker and others, Whole Genome Analysis of a Single Scottish Deerhound Dog Family Provides Independent Corraboration That a SGK3 Coding Variant Leads to Hairlessnes
https://academic.oup.com/g3journal/article/10/1/293/6020298 - Image source: Reddit, 2020, A hairless Scottish Deerhound, circa 1940´s https://www.reddit.com/r/interestingasfuck/comments/cwsuak/a_hairless_scottish_deerhound_circa_1940s/
- FOXI3-Gen beeinflusst die Höckerbildung der Backenzähne
(Max-Planck-Gesellschaft, 14.Juli 2017)
https://www.mpg.de/11398295/nackthunde-zaehne - Gutachten über das Abschneiden von Vibrissen bei Hunden
https://www.wko.at/branchen/k/gewerbe-handwerk/persoenliche-dienstleister/Tasthaare-schneiden-verboten.pdf - Gutachten zur Bedeutung des Scherens der Vibrissen beim Pudel, PD DR. Guido Dehnhardt
Ruhr-Unisversität Bochum, Allgemeine Zoologie und Neurobiologie
http://www.poodle-of-the-curly-future.de/mediapool/131/1313327/data/Gutachten_A.T..pdf



